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Malteser Friedland

Kranken- und Pflegestation

Immer mehr Kranke und Pflegebedürftige

Seit 1993 leiten die Malteser die Krankenstation im Grenzdurchgangslager Friedland – eine besondere Herausforderung. Denn viele Familien erreichen Friedland mit kranken, körperbehinderten oder pflegebedürftigen Angehörigen. Für sie stehen 13 Krankenbetten, ein Kinder- und Notbett zur Verfügung sowie neun Pflegekräfte, die rund um die Uhr im Einsatz sind. Auch eine hauseigene Ambulanz mit Notdienst wird angeboten, von der aus an Fachkräfte oder ins Krankenhaus überwiesen wird.

Ihr Ansprechpartner vor Ort:

Friedland als erste Anlaufstelle für 3,7 Millionen Menschen

Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges ist die Gemeinde Friedland bei Göttingen als Grenzdurchgangslager bekannt. Die britische Militärverwaltung richtete hier, wo britische, russische und amerikanische Besatzungszonen zusammenstießen, die erste Anlaufstelle für Flüchtlinge, Vertriebene und Soldaten ein. Friedland bot im kriegszerstörten Land günstige Voraussetzungen: Es gab einen Bahnhof, eine gut ausgebaute Straße, leer stehende Stallgebäude und ausreichend Flächen für die Erweiterung des Lagers. Später wurden Flüchtlinge aus Ungarn, der DDR, vietnamesische Flüchtlinge (Boat-People) oder dem Irak aufgenommen, für die Friedland das „Tor zur Freiheit“ wurde. Wenn Bundespräsident Horst Köhler das Lager zum 60-jährigen Bestehen im Oktober 2005 besucht, sind es fast 3,7 Millionen Menschen, für die das Grenzdurchgangslager Friedland einmal eine erste Anlaufstelle in Deutschland war.

Aussiedler brauchen Aufnahmegenehmigung und Deutschkenntnisse

60 Jahre nach dem Krieg hat sich das Erscheinungsbild gewandelt. Das Lager ist modernisiert, seit 1994 dem niedersächsischen Innenministerium unterstellt und seit 1999 die einzige Anlaufstelle bundesweit für Spätaussiedler und landesweit für jüdische Emigranten aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Auch die rechtliche Situation der Spätaussiedler und ihren Familien hat sich durch Gesetzgebung geändert. Während die Aussiedler früher unangekündigt zur Anmeldung ins Grenzdurchgangslager kamen, müssen jetzt schon im jeweiligen Herkunftsland Aufnahmegenehmigungen beantragt und Deutschkenntnisse nachgewiesen werden, um im Lager Friedland aufgenommen zu werden. Eine Außenstelle des Bundesverwaltungsamtes übernimmt die Registrierung sowie die Verteilung der Menschen auf die einzelnen Bundesländer. Wünsche zur Übersiedlung in ein bestimmtes Bundesland werden nur berücksichtigt, wenn dort schon nahe Verwandte leben oder eine Arbeitsstelle nachgewiesen werden kann. Die Erledigung aller Einreiseformalitäten in Friedland dauert fünf bis acht Tage und ist Voraussetzung für die Schaffung eines Wohnsitzes in Deutschland und die Unterstützung zum Lebensunterhalt aus öffentlichen Mitteln.
Seit 2006 werden Integrationsseminare (in einem Zeitraum von bis zu 6 Monaten) angeboten, um den Menschen weitere Deutschkenntnisse und Grundlagen für ihre soziale und gesellschaftliche Eingliederung zu vermitteln. Ab 1. Januar 2011 ist die Aufnahme und Integrationsvorbereitung von 3.000 Asylbewerbern geplant.

Mehr Kranke und Pflegebedürftige erreichen Friedland

Das Grenzdurchgangslager ist eine kleine Stadt für sich, die Infrastruktur orientiert sich an den Bedürfnissen der Aussiedler. 1.000 Betten in Mehrbettzimmern stehen zur Verfügung, darunter etwa 70 für ebenfalls aus Russland kommende jüdische Emigranten, die Verpflegung erfolgt in einem zentralen Speisesaal. Krankenkasse und Bundesagentur für Arbeit haben zur Anmeldung Außenstellen eingerichtet. Statt Geschäften haben sich Hilfsorganisationen angesiedelt, die Bekleidung zur Verfügung stellen, Kinder und Jugendliche betreuen und den Menschen bei ihren ersten Schritten in Deutschland helfen.
Bei stetigem Rückgangs kamen 2009 immer noch knapp 4.000 Menschen nach Friedland – fast alle nach einer mehrtägigen Anreise per PKW oder Bus. Und ihr Gesundheitszustand ist zunehmend schlechter, was nicht nur an den Strapazen der langen Anreise liegt, sondern hauptsächlich an der unzureichenden medizinischen Versorgung in ihren Herkunftsländern. Die Zahl der Neuankömmlinge, die nicht am vorgesehenen Lageralltag teilnehmen können, weil sie schwer erkrankt, körperbehindert oder pflegebedürftig sind, nimmt zu. Menschen, die Infektionskrankheiten haben, operiert werden müssen oder auf spezielle technische Hilfsmittel angewiesen sind, werden in Krankenhäuser verlegt. Bei den Infektionskrankheiten ist Tuberkulose auf dem Vormarsch, allein 2009 gab es 25 Verdachtsfälle. Deshalb werden alle untersucht, bevor ihnen ein Schlafplatz zugewiesen wird, und bei Bedarf in Spezialkliniken gebracht.

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